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Unsere Materialien

„Fasern mit Herkunft” 

Gutes Strick beginnt nicht an der Nadel, sondern auf der Weide. Jede Faser, die wir verarbeiten, hat eine Geschichte: von Tieren, von den Menschen, die sie halten, und von Landschaften, die es zu schützen gilt. Bei Frau von Boot verarbeiten wir nur Naturfasern, deren Herkunft wir kennen und benennen können. Denn Exklusivität bedeutet für uns auch Verantwortung.

 Alpaka: „Das Gold der Anden” 

Die Anden Perus und Boliviens liegen auf rund 4.000 Metern Höhe. Dort leben die Alpakas seit Jahrtausenden. Ihr Vlies muss gegen eisige Nächte und intensive Sonne schützen, und genau das spürt man im Strick: weich, seidig, leicht und erstaunlich warm.

Gut zu wissen:

  • Alpakafaser ist frei von Lanolin und wird deshalb oft als besonders hautfreundlich empfunden.
  • Sie kommt in einer großen Zahl natürlicher Farbtöne vor, von Creme über Camel bis Anthrazit. Das spart Färbungen.
  • Alpakas haben weiche, gepolsterte Sohlen und fressen genügsam. Sie schonen die empfindliche Grasnarbe des Hochlands besser als viele andere Weidetiere.
  • Die Schur erfolgt einmal im Jahr. Für viele Familien in den Anden ist die Faser eine wichtige Lebensgrundlage.

 Peruanisches Hochlandschaf: „Wolle mit Bodenhaftung” 

Die Schafe des peruanischen Hochlands wachsen unter rauen Bedingungen auf: dünne Luft, große Temperaturunterschiede, karge Weiden. Das macht ihre Wolle kräftig, elastisch und langlebig. Sie ist der Gegenpol zur Zartheit des Alpakas und gibt unseren Strickstücken Struktur und Haltbarkeit.

Gut zu wissen:

  • Wolle ist ein nachwachsender Rohstoff, der jedes Jahr neu entsteht.
  • Naturwolle ist biologisch abbaubar. Sie hinterlässt am Ende ihres Lebens keine Mikroplastik-Rückstände.
  • Langlebiger Strick ist gelebte Nachhaltigkeit: Ein Stück, das Jahrzehnte hält, ersetzt viele kurzlebige Teile.

 Mohair: „Glanz, der aus der Ziege kommt” 

Unser Mohair kommt aus Südafrika. Auf den weiten, trockenen Weiden leben Angoraziegen, die an das raue Klima mit heißen Tagen und kühlen Nächten bestens angepasst sind. Ihr Vlies legt sich in feine, glänzende Locken, und genau diesen Glanz sieht man später im Strick: edel, leicht und luftig, und trotzdem wunderbar wärmend.

Unser Mohair ist RMS-zertifiziert. Der Responsible Mohair Standard (RMS) von Textile Exchange legt Anforderungen an das Tierwohl und an ein verantwortungsvolles Weidemanagement fest. Die Einhaltung wird durch unabhängige Prüfungen kontrolliert, nicht nur versprochen.

Gut zu wissen:

  • Tierwohl: Der RMS verlangt tiergerechte Haltung und einen respektvollen Umgang mit den Ziegen, auch bei der Schur, die in der Regel zweimal im Jahr stattfindet. Die Faser wächst nach.
  • Umwelt: Verantwortungsvolles Landmanagement schützt Böden und Weideflächen. Die Ziegen sind genügsam und kommen mit trockenen Landschaften gut zurecht.
  • Langlebig: Mohair gehört zu den strapazierfähigsten Naturfasern. Er knittert kaum, verfilzt wenig und behält über viele Jahre seine Form.
  • Natürlich: Mohair ist ein nachwachsender Rohstoff und baut sich am Ende seines Lebens biologisch ab, ohne Mikroplastik.
  • Farbbrillanz: Die glatte Faser nimmt Farbe besonders leuchtend auf. Besonders fein und weich ist Kid Mohair von den jungen Tieren.

 Cashmere aus der Mongolei: „Weichheit aus der Wüste Gobi” 

In der Mongolei, wo die Winter extrem kalt sind, bilden Kaschmirziegen eine hauchfeine Unterwolle. Im Frühjahr wird sie von Hand ausgekämmt. Aus dieser Faser entsteht unser Cashmere, und er ist SFA-zertifiziert.

Die Sustainable Fibre Alliance (SFA) hat 2015 den ersten umfassenden Nachhaltigkeitsstandard für Cashmere geschaffen. Er setzt dort an, wo die Probleme dieser Faser liegen: beim Wohl der Ziegen, bei der Belastung der Weideflächen und bei den Lebensbedingungen der Hirtenfamilien. Dafür gibt es klare Verhaltensregeln für die Weidebewirtschaftung, für Tierhaltung und Fasergewinnung sowie für die saubere Verarbeitung der Rohfaser.

Was das für unseren Cashmere bedeutet:

  • Tierwohl: Die Haltung der Ziegen und die Gewinnung der Faser folgen festgelegten Tierwohl-Regeln.
  • Umwelt: Die Weideflächen der Mongolei leiden unter Überweidung. Der Standard verpflichtet die Hirten zu einer schonenden Weidebewirtschaftung, die das Grasland erhält.
  • Menschen: Zertifizierte Hirten erhalten Anreize für gute Praxis. Cashmere bleibt so eine verlässliche Einkommensquelle für die Familien vor Ort.
  • Rückverfolgbarkeit: Das Chain-of-Custody-Modell der SFA verfolgt die Faser von den Hirten in der Mongolei durch alle Verarbeitungsschritte bis zum fertigen Produkt. Der Standard baut auf dem Content Claim Standard von Textile Exchange auf und folgt den Leitlinien von ISEAL, dem internationalen Dachverband für Nachhaltigkeitsstandards.

 Angora aus Frankreich: „Handwerk aus der Creuse” 

Unser Angora stammt aus Frankreich. Gesponnen und gefärbt wird er in der Filature de Rougnat (Fonty) in der Creuse, einer der letzten französischen Spinnereien ihrer Art. Das Haus trägt seit 2017 das staatliche Gütesiegel Entreprise du Patrimoine Vivant, das seltenes handwerkliches Können auszeichnet.

Das Angorahaar im Garn Cœur d’Angora wird von französischen Züchtern erzeugt, die sich der Charta „Angora Français” verpflichtet haben. Sie regelt Haltung und Ernte:

  • Haltung: Die Kaninchen leben in traditionellen Einzelhütten mit regelmäßig erneuerter Strohstreu, geschützt unter Dach, mit Wasser jederzeit und einem festgelegten Futterprogramm. Ein verbindlicher Impfplan sichert die Gesundheit.
  • Ernte: Das Haar wird gekämmt, nicht gerupft, im natürlichen Haarwechsel und in festen Abständen. Das Futter enthält vorher einen pflanzlichen Zusatz, der das Kämmen erleichtert.
  • Rückverfolgbarkeit: Für jedes Tier wird eine Karte mit Herkunft, Gesundheit, Futter und Erntedaten geführt.
  • Lebenszeit: Die Tiere werden laut Charta bis zu ihrem natürlichen Tod gehalten.

 Merino ohne Mulesing: „Reinheit, die man nachprüfen kann” 

Merino ist die feinste unter den Schafwollen: weich auf der Haut, atmungsaktiv, temperaturausgleichend und von Natur aus geruchsarm. 

Unser Merino stammt aus Haltung ohne Mulesing, dem schmerzhaften Entfernen von Hautstreifen bei Lämmern, das wir klar ablehnen. 

Zusätzlich ist er GOTS zertifiziert (Zertifikatsnummer 35827). GOTS begleitet die gesamte Lieferkette: ökologische Fasererzeugung, Tierwohlkriterien, umweltverträgliche Verarbeitung, Beschränkungen bei Chemikalien und soziale Mindeststandards. Die Nummer lässt sich in der öffentlichen GOTS-Datenbank prüfen.